Tipps zur Bewältigung

Bewältigung

divider

Die American Cancer Society und die Verfasserin des Buchs Grace Notes und ehemalige Brustkrebspatientin Lorraine Murray bieten Ihnen ein paar Tipps an, die Ihnen helfen, den körperlichen und emotionalen Stress bei Krebs abzubauen.

Erfahren Sie mehr über Ihre Erkrankung

Scheuen Sie sich nicht davor, Fragen zu stellen. Nehmen Sie eine Liste mit all dem, was Ihnen Sorge bereitet, mit zu Ihrem Arzt und bestehen Sie auf einer Antwort, die Ihnen weiterhilft. Im Internet finden Sie ebenfalls eingehende Informationen zur Entstehung und Behandlung von Krebs, zu Nebenwirkungen, neuen Forschungsergebnissen, Schmerzlinderung, Ernährung und anderem.

Nehmen Sie manche Dinge etwas leichter

Sagen Sie mindestens einmal am Tag „Das ist überhaupt nicht wichtig!“ und geben Sie alte eingefahrene Gewohnheiten auf. Anders gesagt, lassen Sie sich wegen kleiner Dinge „keine grauen Haare wachsen“. Sagen Sie „Das ist überhaupt nicht wichtig!“, wenn Ihre Wohnung nicht tiptop aufgeräumt ist. Wenn Sie vergessen haben, Ihre Zähne mit Zahnseide zu säubern, machen Sie sich deshalb keine Sorgen.

Schütten Sie Ihr Herz aus

Unmittelbar nach der Diagnose hilft es sehr, sich jemandem anzuvertrauen, der mit Ihren Emotionen umgehen und Sie unterstützen kann. Finden Sie eine Person, die Ihr volles Vertrauen hat, sei es ein Partner, ein Freund, eine Schwester/ein Bruder, eine geistige Führungsperson oder ein Psychologe, und vertrauen Sie dieser Person alles an.

Finden Sie jemanden zum Umarmen

Gehen Sie auf jemanden zu und umarmen Sie ihn, wenn Sie das Bedürfnis nach Geborgenheit haben. Die Reaktion ist herzlich und warm und Sie werden sich besser fühlen.

Finden Sie Kraft in Ihrem Glauben

Jede Religion hilft beim Bewältigen von Lebenskrisen. Sie kann ihnen ein Gefühl der Stärke verleihen, wenn Sie sich einer Betgruppe Ihrer Synagoge oder Kirche anschließen oder ein Buch bzw. die Bibel als Quelle der Inspiration lesen. Sie können auch die Gebete, die Sie am meisten ansprechen, oft beten.

Haben Sie Geduld mit sich selber

Irgendwann hört der Zustand auf, dass Sie ausschließlich an Ihre Diagnose denken können, wenn Sie morgens aufwachen. In den ersten paar Monaten werden Sie jedoch ständig über die Diagnose, die Operation oder die Behandlung nachdenken. Das ist vollkommen normal.

Lassen Sie sich Zeit zum Weinen

Wenn Sie so trauern, als ob Sie Ihre beste Freundin verloren hätten, sind Sie nicht allein. Weinen wird oft durch einen Schock ausgelöst, und viele Frauen haben die Erfahrung gemacht, dass es den emotionalen Heilungsprozess fördert. Aber wenn Ihnen Weinen beim Umgang mit Stress nicht hilft, ist das genauso in Ordnung. Jeder Mensch reagiert anders.

Machen Sie ein Nickerchen zwischendurch

Nickerchen zwischendurch sind sehr therapeutisch, besonders wenn Sie sich einer Strahlen- oder Chemotherapie unterziehen. Selbst 20 Minuten können Ihre Stimmung und Ihr allgemeines Wohlbefinden bessern.

Setzen Sie Grenzen

Wenn Sie das Gefühl haben, das Ihnen alles über den Kopf wächst – Ihre Arbeit, Ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten, der Haushalt und gesellschaftliche Verpflichtungen – ist es an der Zeit, etwas zu ändern. Machen Sie jeden Tag eine Liste und entscheiden Sie, welche Aufgaben warten oder an eine andere Person delegiert werden können. Denken Sie immer daran, dass es völlig in Ordnung ist, auch einmal „Nein“ zu sagen.

Bitten Sie um Hilfe

Bitten Sie Freunde oder Verwandte um Hilfe, wenn Sie kleine Kinder und viel zu tun haben. Sie werden sehen, dass man Ihnen gerne hilft. Wenn Sie gefragt werden, wie man Ihnen helfen kann, sollten Sie gezielt antworten, z. B. „Könnten Sie am Freitagnachmittag auf Johnny aufpassen, wenn ich zum Arzt muss?“ oder „Könnten Sie für mich einkaufen gehen?“

Verschaffen Sie sich die nötige Unterstützung

Außer der emotionalen Unterstützung durch die Familie und Freunde bieten Ihnen Brustkrebs-Selbsthilfegruppen vor Ort beachtliche Hilfe. Persönliche Unterstützung durch ehemalige Krebspatienten erhalten Sie auch über Patientennetzwerke, Empfehlungen vom Krankenhaus und Organisationen wie der American Cancer Society.

Gönnen Sie sich etwas Gutes

Wir meinen oft, dass wir uns etwas Gutes tun, wenn wir etwas für uns selber kaufen, aber es gibt viele andere Möglichkeiten, ohne dass Sie dafür Geld ausgeben müssen: Holen Sie sich Bücher aus der Bücherei, leihen Sie einen Film aus, der Sie zum Lachen bringt, füttern Sie die Enten am See, bitten Sie Ihren Freund um eine Massage, nehmen Sie ein heißes Bad. Und wenn Sie nachts zehn Stunden Schlaf brauchen, gönnen Sie sich diesen Schlaf.

Machen Sie sich keine Vorwürfe

Sie haben einen Zahnarzttermin vergessen oder Tante Martha keine Geburtstagskarte geschickt. Sie haben keine Lust, zurückzurufen. Das ist in Ordnung. Jeder wird das verstehen

Geben Sie sich keine Schuld

Niemand weiß, wodurch Brustkrebs verursacht wird. Versuchen Sie nicht zu verstehen, warum Sie davon betroffen sind. Es gibt darauf keine Antwort und es ist nicht Ihre Schuld.

Eine Perücke finden

Viele Firmen haben Online-Kataloge und bieten oft auch weitere Produkte wie Brustformen oder Nachthemden und Schals mit Taschen an. Wenn Sie eine Perücke lieber persönlich anprobieren, können Sie Ihre Arztpraxis oder den Organisator Ihrer Selbsthilfegruppe vor Ort um eine Liste ortsansässiger Geschäfte bitten.

Finanzielle Angelegenheiten

Ihr Krankenhaus oder Ihre Klinik hat Fachkräfte, die Ihnen bei finanziellen Angelegenheiten und beim Umgang mit der Krankenkasse helfen. Sie können Ihnen oft auch beim Beschaffen anderer Hilfsmittel wie z. B. kostenlosen Schulungen oder Programmen helfen.

Sex nach einer Brustkrebsbehandlung

Die Veränderungen, die Ihr Körper durchgemacht hat, erstrecken sich nicht automatisch auf Ihr Liebesleben. Die Forschung hat gezeigt, dass die meisten Frauen in einem frühen Brustkrebsstadium emotional ausgeglichen sind und bereits ein Jahr nach der Operation ein befriedigendes Sexualleben haben können. Wenn auch jede Beziehung anders ist, so kann Ihnen ein offener und ehrlicher Umgang mit Ihrem Partner doch dabei helfen, die Lebensqualität wiederzugewinnen, die Sie vor Ihrem Brustkrebs hatten.

Wenn der Krebs entfernt worden ist, Ihre Angst aber anhält

Besorgen Sie sich Bücher, Journale, Blogs und Webseiten, die Ihnen zeigen, wie Sie Ihre Denkmuster ändern, negative Gedanken erkennen und diese durch konstruktive oder realistische Konzepte ersetzen können.

Stellen Sie sich ein neues, gesundes Bild Ihres Körpers vor

Maggie C., eine ehemalige Brustkrebspatientin, drückte es so aus: „Ich habe eine Brust, d. h. einen Teil meines Körpers, verloren. Dieser Teil definiert mich nicht als Person.“ Sich selbst anzunehmen und lieben zu lernen sind entscheidende Verhaltensweisen zur Bewältigung Ihrer Krebserfahrung. Es gibt viele Bücher und Blogs, die vermitteln, wie Sie sich wieder als unversehrte, ganze Person fühlen, neue Hoffnung schöpfen und wieder Pläne für die Zukunft machen können.

Denken Sie immer daran, dass Sie nicht alleine dastehen

Es gibt Millionen von Frauen, die diese Erfahrung mit Ihnen teilen und Millionen von Frauen, die sie bereits hinter sich haben. Heute gehören Sie auch zu denjenigen, die die Erfahrung überlebt haben.